Erste formschau in Heidelberg – ein gelungener Auftakt

An zwei Tagen – vom 21. bis 22. April – und in fünf Stationen wurde in Heidelberg Design gezeigt, Design erarbeitet, Design diskutiert und Design ausgezeichnet. Rund 1000 Besucher konnten sich einen Eindruck von der Qualität und des breiten Leistungsspektrums der Designer in der Rhein-Neckar-Region verschaffen.
Die formschau, eine Initiative der beiden Beauftragten für Kultur- und Kreativwirtschaft der Städte Mannheim und Heidelberg, Sebastian Dresel und Frank Zumbruch, stieß schon am Freitag anlässlich eines brancheninternen Fachforums auf großes Interesse. Impulsvorträge und Panel-Debatten u.a. über Urheberrechtsfragen, Vergütung, Nachhaltigkeit und den Qualitätsbegriff im Design wurden von vielen Teilnehmern als „Aufbruchssignal“ gewertet.
Im Zentrum des Samstag-Abends und der formschau insgesamt stand die Ausstellung „ausgezeichnetes Design“ – eine beeindruckende Leistungsschau des regionalen Designs. Mit dem eigens geschaffenen formschau-Jury-Preis der Fachjury wurden drei Aussteller besonders ausgezeichnet:
_der Fahrraddesigner Rafael Hoffleit
_das Mannheimer Modelabel „freigaenger
_und „KontextKommunikation“ für das Magazin enorm
Allen Entwürfen gemein ist ihre Konzeptons-Tiefe, ihre kreative Kraft und eine erkennbar authentische Haltung.

Ich freue mich, dass ich als Mitglied der Jury an diesen ebenso gelungenen wie inspirierenden Tagen dabei sein durfte.

Corporate Design wirkt – wenn es Teil einer kommunikativen Gesamtstrategie ist

Der Nachweis, dass Corporate Design wirkt, ist in der Regel kaum zu erbringen. Denn ein neues Corporate Design steht nicht für sich allein – und ist isoliert nicht messbar. Die Wirsamkeit eines neuen Corporate Design als Teil einer kommunikativen Gesamtstrategie ist dagegen durchaus nachweisbar. Hier ein eindrucksvolles aktuelles Beispiel.

Auf der Basis einer Abschlussarbeit von Vanessa Zeiler an der Fakultät für Gestaltung Mannheim entwickelte das IMD Institut für Marke und Design unter Vanessas Mitwirkung das neue CI/CD der UNO-Flüchtlingshilfe. Es wurde 2010 eingeführt.

Der Jahresbericht 2010 belegt: Es wurde ein außergewöhnliches Jahr für die UNO-Flüchtlingshilfe.

_Die Hilfsorganisation erzielte die höchsten Gesamteinnahmen seit 15 Jahren.

_Im Vergleich zum Vorjahr stiegen die Spendeneinnahmen um über 50 Prozent.

_Die Anzahl der dauerhaft unterstützenden Fördermitglieder konnte 2010 um rund dreihundert erhöht werden.

_Auch für das Jahr 2011 rechnet die UNO-Flüchtlingshilfe wieder mit einem ähnlich deutlichen Zuwachs an Spendeneinnahmen.

Bei der Entwicklung des CD´s legten wir sehr grossen Wert auf die leichte Anwendbarkeit aller entwickelten Designapplikationen. Es kann von den Mitarbeitern der UNO-Flüchtlingshilfe und ihren ausführenden Agenturen sehr einfach angewandt und adaptiert werden.

Strategisch ausgerichtetes und eingebettetes Design – und genau das ist die Entwicklung von Corporate-Design-Systemen – ist tatsächlich etwas anderes als nur „bunt machen“.

Pascal Fedorec rockt BIOTOPIA

Möglcherweise ist „rocken“ nicht der korrekte Fachterminus für die Entwicklung eines stimmigen und hochakzeptierten Corporate Designs – aber er trifft den Kern. Pascal Fedorec entwickelte im Rahmen seiner Masterarbeit an der Fakultät für Gestaltung Mannheim das neue CD für die Mannheimer Institution BIOTOPIA. Wurde auch Zeit. Das bisherige CD hielt stolze 20 Jahre – und war nicht mehr zeitgemäß. Die Geschäftsführerin von BIOTOPIA, Frau Dr. Freundlieb, frischgebackene Mannheimer Bürgermeisterin für Bildung, Jugend, Gesundheit und Sport, beschreibt das neue Corporate Design – und den Weg dorthin – mit den folgenden lobenden Worten:
„Es hat Spaß gemacht, mit einem Partner zusammenzuarbeiten, der nicht nur ansprechendes Design im Sinn hat, sondern sich auch in die strategische Betrachtung des Tuns und dessen Wirkung mit einbringt.  Am Ende haben wir kein Corporate Design übergestülpt bekommen, sondern eines, das unser Unternehmen
perfekt widerspiegelt, und dabei modern und eigenständig ist.“

Mehr kann ein einfacher Prof. von seinem Studenten nicht erwarten…

Gold von der Jury und Publikums Liebling

Unser diesjähriges Fakultäts-Team räumte im renommierten Junior Agency Cup des Gesamtverbandes der deutschen Werbeagenturen | GWA gleich doppelt ab:
_den Preis der 10-köpfigen Fach-Jury
_den Preis des Publikums – und das war immerhin die Gesamtheit aller Mitbewerber

Unglaublich entspannt und souverän präsentierte Steffen Brückner die Arbeit unseres Teams.
Er erzählte die poetische Geschichte der mechanischen Blume „Lara Bluhm“, die ihre Welt der Fabrikschlote und Industrieruinen mit echtem Leben füllen möchte. Diese animierte, filmisch erzählte Geschichte war der Teaser für eine Kampagne, die dem BUND FÜR UMWELT UND NATURSCHUTZ | BUND deutlich mehr LIKES auf Facebook zuführen soll: Lara Bluhme will eine Naturfabrik bauen – und benötigt dafür die Hilfe der Facebook-User.

Unser Mannheimer Team:
Predrag Vargovic, Dennis Jacoby, Nico Köhler, Wenzel Vigula, Ann-Kathrin Gehrmann, Steffen Brückner, Faranoosh Entezari, Melanie Waddel, Lidia Gradwol, Alexandra Stromich, Simon Authenrieth, Philipp Unterreiner, Natalie Frank, Kristin Höflein, Laura Setzer, Florian Gerstner. Begleitet / gecoacht von der Agentur PUBLICIS Frankfurt sowie Prof. Jean Claude Hamilius und mir.
Danke an alle, die die Höhen und Tiefen einer monatelangen Kampagnenentwicklung mitgemacht und unsere Anstrengungen zu Gold getragen haben.
Und zum mir mindestens ebenso wertvollen Publikumspreis.

Kurt Weidemanns Vermächtnis an uns Nachfolgende

Kurt Weidemann, der als Typograph , Grafikdesigner und Autor Deutschland ein Stück weit prägte, ist tot.

Am 16. Mai 2006 formulierte er im Rahmen seines MannheimMaster-Vortrages an unserer Fakultät für Gestaltung einen Satz, der nun im Nachhinein wie sein Vermächtnis an uns Nachfolgende wirkt:

„Gebot 1: Liebe Deinen Beruf wie Dich selbst. Und so, dass Du bei einer Wiedergeburt nichts anderes als diesen Beruf wiederhaben möchtest. Und sei es nur, um das, was Du falsch oder nicht zu Ende gemacht hast, richtig und weiter zu machen. Tausche jeden Tag Deines Lebens für etwas Sinnvolles ein. Er ist unwiederbringlich. Das Heute ist im Morgen nicht zurückzuerhalten. Zukunft und Hoffnung sind eine Aneinanderreihung von Heute. In der Arbeit ist die Chance, sich selbst zu finden, am größten.“

Kurt Weidemann: 10 Gebote für den Designer

Ich verneige mich vor diesem kreativen, eigensinnigen und streitbaren Mann.

KeyVisual Lange Nacht der Museen

16 Bachelor-Studentinnen und -Studenten der Fakultät für Gestaltung der Hochschule Mannheim gestalteten das Key-Visual für die Plakate, Anzeigen und Broschüren der MEIER LANGE NACHT DER MUSEEN 2011.
Unter meiner Anleitung entwickelten die jungen Designer zunächst rund 25 Einzelentwürfe. In mehreren Stufen wurden daraus von der Chefredaktion des MEIER – das Veranstaltungsmagazin für Mannheim/Heidelberg/Ludwigshafen und drumherum – diejenigen Entwürfe herausgefiltert, die es in Teamarbeit auf alle Anforderungen und erforderlichen Medien zu adaptieren galt. Abschließend wurde derjenige Entwurf ausgewählt, der nun den kommunikativen Aufritt der MEIER Lange Nacht der Museen 2011 prägt: die Collage von Ashima Whitton.
Dann begann die Arbeit für Ashima und ihr Team erst richtig: Die Nachwuchsdesigner lernten am eigenen Projekt, wie lang und arbeitsintensiv der Weg vom Entwurf bis zum realisierten Motiv ist.

Weil das MEIER-Team angesichts der hohen Qualität der 25 Einzelentwürfe die Qual der Wahl hatte, lud MEIER den Kurs dazu ein, die Plakatentwürfe in der Langen Nacht der Museen in der Event-Halle am Playa del Ma zu präsentieren. Wie spannend die Varianten eines Themas sein können und welch inspirierende Kraft das Thema Nacht in sich trägt, wird nun also diese außergewöhnlich Ausstellung am Mannheimer Hafen im Rahmen der Langen Nacht der Museen 2011 zeigen.

Mitgewirkt haben: Julian Bender, Leonie Britz, Steffen Brückner, Anika Christmann, Peter von Freyhold, Marta Fromme, Denise Gahn, Oliver Hahnemann, Matthias Jaster, Sebastian Michel, Loenie Münch, Dominik Pander, Ricarda Schmidt, Laura Setzer, Sven Wagenbach, Ashima Whitton

Russlands Kommunikationsdesign wird strategischer

Aus Gesprächen mit russischen Designern und Designagenturen kristallisierte sich ein Bedarf der russischen Designbranche heraus: Design muss strategischer als bisher gedacht und konzeptioniert werden.

Hierzu erschien im Dezember 2010 im Moskauer Designmagazin »Kreativ Direktor« (russ. Креативный Директор) – Russlands erstem und einzigen Fachmagazin, dass sich mit der professionellen Weiterentwicklung von Methoden und Prozessen des Creative Business in Unternehmen und Agenturen auseinandersetzt – dieser mit acht Seiten stattlich bemessene Beitrag von mir:

»Bekomme ich schon mal was vorab?«
Zur Gestaltung von Prozessen und Kundenbeziehungen in Projekten strategischen Designs.

Der Beitrag behandelt die besondere Haltung des strategischen Designers, den Systemcharakter seiner Projekte, die Projekt-Phasen vom Erstgespräch bis zur Implementierung, die »Fünf Handlungsebenen strategischer Marken- und Unternehmenskommunikation« sowie die Steuerung der Kundenbeziehung.
Abschließend formulierte ich sechzehn Goldene Regeln für strategische Designer.

Der »Kreativ Direktor« (russ. Креативный Директор) richtet sich an Top-Manager designorientierter Unternehmen und Agenturinhaber in ganz Russland. Er erscheint im zweimonatigen Rhythmus in einer Auflage von 3.000 Exemplaren. Eingesteuert wurde der Beitrag von der Designerin Helena Dell im Zuge ihrer umfangreichen Untersuchungen zum neuen Designverständnis Russlands nach der Perestroika. Sie übernahm auch dessen Fachübersetzung in’s Russische.

Download Artikel Kreativ Direktor Russland Strategisches Design Prof Kolaschnik

Master-Exkursion nach Berlin

Zum Jahresabschluß unternahmen zehn Master-Studierende meiner Seminare „Corporate Identity | Brand Identity“ sowie „Transmediale, integrierte Markenkommunikation“ mit mir eine Exkursion in die Design-Haupstadt.

Auf unserem Programm standen
_Agenturbesuche bei Kircher-Burkhardt und EdenSpiekermann
_eine Einführung in den Hauptstadt-Lobbyismus durch LobbyControll
_und Besuche der Ausstellungen „Kunst des Lichts: Lázló Moholy-Nagy“ und „Welt aus Schrift“, eine wunderbare Zusammenstellung zur angewandten Typografie zwischen 1890 und der Gegenwart im Berliner Kulturforum.

Zwischendurch gingen wir die Sinne schärfen – indem wir den klassischen Haupt-Sinn von Kommunikationsdesignern völlig ausblendeten: beim Abendessen in der Unsicht-Bar, Deutschlands erstem Dunkelrestaurant.

Key Visual für die Lange Nacht der Museen 2011

Für das Stadtmagazin MEIER gestalten 18 Bachelor-Sudentinnen und -Studenten meines Kurses „Werbliches Design“ das KeyVisual für die kommende Lange Nacht der Museen in Mannheim Heidelberg, Ludwigshafen und „drumrum“.

In einem den Agenturalltag annähernd realistisch abbildenenen Prozess werden im Kernmodul „WED | Werbliches Design“ – nach echtem Briefing, Rebriefing und einer gemeinsamen Strategie-/Konzeptions-Phase – zunächst rund 25 Einzelentwürfe entwickelt. In mehreren Stufen werden durch die Chefredaktion des MEIER die Entwürfe herausgefiltert, die es in Teamarbeit auf alle Anforderungen und relevanten Medien zu adaptieren gilt. Zuletzt wird der Entwurf ausgewählt, der den kommunikativen Aufritt der Langen Nacht der Museen 2011 bestimmen soll. Er wird „in echt“ zu sehen sein
_als ca. 120.000 Booklets
_auf etwa 6.000 Plakaten
_in Anzeigen im Meier, im Mannheimer Morgen, in der Rhein-Neckar-Zeitung, der Rheinpfalz
_und in anderen Medien in Mannheim, Heidelberg, Ludwigshafen und der Metropolregion Rhein-Neckar.

Zudem werden ALLE Einzel-Entwürfe in einer vom MEIER betreuten und medial begleiteten Ausstellung gezeigt.
Der MEIER wird die Entwicklung und die Präsentation redaktionell begleiten – sprich: darüber im MEIER und auf MEIER-online berichten.

Für die Bachelor-Studierenden bedeutet das, jede/jeder der mitmacht, wird am Ende des Kernmodules u.a.
_seiner/ihrer „Mappe“ ein tatsächlich realisiertes Projekt hinzufügen können
_die entsprechenden Medien (Booklet, Plakat, Anzeige…) realisiert sehen
_seinen/ihren Entwurf in einer Ausstellung präsentiert sehen
_eventuell in einem Meier-Beitrag besprochen werden
_und natürlich ordentlich was gelernt haben

Für die Fakultät für Gestaltung der Hochschule Mannheim bedeutet das eine deutliche Sichtbarkeit in der Metropolregion Rhein-Neckar.

Entscheidungsprozess: Eventteam des MEIER, Studenten, Kolaschnik
Entscheidungsprozess: Eventteam des MEIER, Studenten, A. Kolaschnik

Grassroots-Kampagne zum Image Mannheims

Im Wintersemester 2010/11 versuchen 11 Master-Studierende im „BrandLab Marke-/ Markenkommunikation“, das Markenpotiential der Stadt Mannheim zu sichten und zu heben.

Ziel des BrandLab-Semesters ist die experimentelle Optimierung einer bestehenden Marke. Die Master-Studentinnen und -Studenten haben sich hierfür die „Marke Mannheim“ ausgesucht.

Nach einer Phase intensiven Desktop-Researches und vergleichender Analysen erkannten die Studierenden, daß weitere rational-orientierte Analysen das anerkanntermaßen vorhandene Image-Problem Mannheims nicht lösen helfen würden. Stattdessen setzen sie nun auf einen assoziativen Ansatz, der das emotionale Potential der Beziehungen der Bürger und Bürgerinnen der Stadt Mannheim zu ihrer Quadratestadt ausloten soll. Hierfür entwickelten sie einen integrierten Kampagnenansatz, der bei dem Verantwortlichen für das Stadtmarketing Mannheims auf volle Begeisterung traf.

Derzeit wird in Kooperation mit dem Stadtmarketing Mannheim auf der Basis eines entwickelten Sponsorenpapiers geprüft, ob sich die Kampagne realisieren lässt.