Spiel über Bande

Mannheims Oberbürgermeister Peter Kurz eröffnete gestern im Rathaus eine Vernissage von Exponaten, die das Ergebniss eines transnationalen Designprojektes meines Bachelor-Kurses mit dem Design College Tiltan in Haifa / Israel sind. Thema des Projektes ist das City Branding der beiden Städte Haifa und Mannheim. Beide Partnerstädte arbeiten derzeit intensiv an ihrem Stukturwandel. Damit gekoppelt wird ein Imagewandel der beiden Städte angestrebt.
Unser Mannheimer Studententeam entwickelte ein Briefing für die Studierenden in Haifa – und andersherum.
Aufgabe der jeweils anderen Teams war es dann, Kampagnen für die Partnerstadt zu entwickeln – mit dem Ziel, durch neue Sichtweisen und Impulse junge Menschen zum Besuch und vielleicht auch für Zuzug nach Mannheim bzw. nach Haifa zu gewinnen.

Das Mannheimer Team entwickelte eine Kampagne mit dem Claim „Shift_happens@Haifa“. Haifa wandelt sich. Unter diesem Kampagnendach sollen alle Initiativen der Stadt sichtbar gemacht werden, die Haifa bereits unternimmt oder aus der Sicht der Bürger unternehmen sollte, um Haifa weiterzuentwickeln. Diese Social-Kampagne soll dann in eine Werbekampagne münden, die auf glaubwürdigen, weil „echten“ Maßnahmen sowie den hinter ihnen stehenden Bürgern basiert.

Die Studenten aus Haifa entwickelten Plakatmotive, in denen sie dem Quadrat des Mannheimer Stadtlogos Leben einhauchten. Die Quadrat-Variationen sollen der Stadt – gewissermaßen „über Bande“ gespielt – als Impulse für die Weiterentwicklung des CD’s dienen.

Zu sehen sind die Exponate der Studenten aus Haifa im Mannheimer Rathaus; E5.

Foto: Andreas Henn

 

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Zeitgemäßes Design zum Nahezu-Null-Tarif

Der Designtagebuch-Blogger Achim Schaffrinna brachte mit seinem offenen Schreiben an die Hochschulleitung der FH Trier einen Stein in in’s Rollen: Darf eine Hochschule – die zudem eine Fakultät für Gestaltung zu den ihren zählt – allen Ernstes Designentwürfe auf CrowdSourcing-Plattformen wie designenlassen.de, 12designer.com oder 99designs.com einkaufen?

In einem Interview, dass Achim Schaffrinna mit mir führte, vertete ich den Standpunkt „Das Vorgehen der FH Trier unterminiert die Berufschancen der eigenen Absolventen“.

Zum Beitrag auf designtagebuch.de geht’s hier lang.

IMD Förderpreis 2012 an Deutsche&Japaner

In der Heidelberger Kunsthalle / Halle 01 verlieh das IMD Institut für Marke und Design im Rahmen der ersten formschau, der neuen Design-Leistungsschau der Städte Mannheim und Heidelberg sowie der Metropolregion Rhein-Neckar den IMD Förderpreises 2012.
Gewinner des IMD Förderpreises 2012 ist das Mannheimer Kreativ-Studio DEUTSCHE & JAPANER ドイツ人と日本人 der vier Designer Moritz Firchow, David Wolpert, Ina Yamaguchi und Julian Zimmermann.
DEUTSCHE & JAPANER machen neugierig. Das seit 2010 zu viert geführte Studio in Mannheim vereint Kreative aus den Bereichen Kommunikationsdesign, Produktdesign und Szenografie. Ihnen gemeinsam ist der Wille, Projekte konsequent transdisziplinär zu entwickeln. Ihr zeitgemäßer Ansatz, das Rumpf-Team durch externe Kompetenzen, „Freunde“, wie sie es nennen, zu ergänzen, entspricht im Kleinen der Logik grosser Designstudios und Agenturen. Der Freunde-Gedanke sichert dabei Ihren Qualitätsanspruch.

v.l.n.r: David Wolpert, Julian Zimmermann, Prof. A. Kolaschnik, Daniel Werner/Rabenschwarm

Als Variante des traditionellen Impulsvortrages gab es dieses mal ein Impulsgespräch: Prof. Dr. Claus Heinrich, Vorstand der sovanta AG und ehemaliges SAP-Vorstandsmitglied würdigte im Bühnengespräch die große Bedeutung von Design in technologischen Entwicklungsprozessen und die Wichtigkeit interdisziplinären Arbeitens und Entwickelns. Herr Heinrich bindet in seinem Unternehmen Designer von Beginn an in die Projektentwicklung innovativer Business-Apps mit ein. Design ist für ihn Teil der strategischen Kompetenz seines Unternehmens sovanta AG.

li: Prof. Dr. Claus Heinrich

Erste formschau in Heidelberg – ein gelungener Auftakt

An zwei Tagen – vom 21. bis 22. April – und in fünf Stationen wurde in Heidelberg Design gezeigt, Design erarbeitet, Design diskutiert und Design ausgezeichnet. Rund 1000 Besucher konnten sich einen Eindruck von der Qualität und des breiten Leistungsspektrums der Designer in der Rhein-Neckar-Region verschaffen.
Die formschau, eine Initiative der beiden Beauftragten für Kultur- und Kreativwirtschaft der Städte Mannheim und Heidelberg, Sebastian Dresel und Frank Zumbruch, stieß schon am Freitag anlässlich eines brancheninternen Fachforums auf großes Interesse. Impulsvorträge und Panel-Debatten u.a. über Urheberrechtsfragen, Vergütung, Nachhaltigkeit und den Qualitätsbegriff im Design wurden von vielen Teilnehmern als „Aufbruchssignal“ gewertet.
Im Zentrum des Samstag-Abends und der formschau insgesamt stand die Ausstellung „ausgezeichnetes Design“ – eine beeindruckende Leistungsschau des regionalen Designs. Mit dem eigens geschaffenen formschau-Jury-Preis der Fachjury wurden drei Aussteller besonders ausgezeichnet:
_der Fahrraddesigner Rafael Hoffleit
_das Mannheimer Modelabel „freigaenger
_und „KontextKommunikation“ für das Magazin enorm
Allen Entwürfen gemein ist ihre Konzeptons-Tiefe, ihre kreative Kraft und eine erkennbar authentische Haltung.

Ich freue mich, dass ich als Mitglied der Jury an diesen ebenso gelungenen wie inspirierenden Tagen dabei sein durfte.

Corporate Design wirkt – wenn es Teil einer kommunikativen Gesamtstrategie ist

Der Nachweis, dass Corporate Design wirkt, ist in der Regel kaum zu erbringen. Denn ein neues Corporate Design steht nicht für sich allein – und ist isoliert nicht messbar. Die Wirsamkeit eines neuen Corporate Design als Teil einer kommunikativen Gesamtstrategie ist dagegen durchaus nachweisbar. Hier ein eindrucksvolles aktuelles Beispiel.

Auf der Basis einer Abschlussarbeit von Vanessa Zeiler an der Fakultät für Gestaltung Mannheim entwickelte das IMD Institut für Marke und Design unter Vanessas Mitwirkung das neue CI/CD der UNO-Flüchtlingshilfe. Es wurde 2010 eingeführt.

Der Jahresbericht 2010 belegt: Es wurde ein außergewöhnliches Jahr für die UNO-Flüchtlingshilfe.

_Die Hilfsorganisation erzielte die höchsten Gesamteinnahmen seit 15 Jahren.

_Im Vergleich zum Vorjahr stiegen die Spendeneinnahmen um über 50 Prozent.

_Die Anzahl der dauerhaft unterstützenden Fördermitglieder konnte 2010 um rund dreihundert erhöht werden.

_Auch für das Jahr 2011 rechnet die UNO-Flüchtlingshilfe wieder mit einem ähnlich deutlichen Zuwachs an Spendeneinnahmen.

Bei der Entwicklung des CD´s legten wir sehr grossen Wert auf die leichte Anwendbarkeit aller entwickelten Designapplikationen. Es kann von den Mitarbeitern der UNO-Flüchtlingshilfe und ihren ausführenden Agenturen sehr einfach angewandt und adaptiert werden.

Strategisch ausgerichtetes und eingebettetes Design – und genau das ist die Entwicklung von Corporate-Design-Systemen – ist tatsächlich etwas anderes als nur „bunt machen“.

Pascal Fedorec rockt BIOTOPIA

Möglcherweise ist „rocken“ nicht der korrekte Fachterminus für die Entwicklung eines stimmigen und hochakzeptierten Corporate Designs – aber er trifft den Kern. Pascal Fedorec entwickelte im Rahmen seiner Masterarbeit an der Fakultät für Gestaltung Mannheim das neue CD für die Mannheimer Institution BIOTOPIA. Wurde auch Zeit. Das bisherige CD hielt stolze 20 Jahre – und war nicht mehr zeitgemäß. Die Geschäftsführerin von BIOTOPIA, Frau Dr. Freundlieb, frischgebackene Mannheimer Bürgermeisterin für Bildung, Jugend, Gesundheit und Sport, beschreibt das neue Corporate Design – und den Weg dorthin – mit den folgenden lobenden Worten:
„Es hat Spaß gemacht, mit einem Partner zusammenzuarbeiten, der nicht nur ansprechendes Design im Sinn hat, sondern sich auch in die strategische Betrachtung des Tuns und dessen Wirkung mit einbringt.  Am Ende haben wir kein Corporate Design übergestülpt bekommen, sondern eines, das unser Unternehmen
perfekt widerspiegelt, und dabei modern und eigenständig ist.“

Mehr kann ein einfacher Prof. von seinem Studenten nicht erwarten…

Gold von der Jury und Publikums Liebling

Unser diesjähriges Fakultäts-Team räumte im renommierten Junior Agency Cup des Gesamtverbandes der deutschen Werbeagenturen | GWA gleich doppelt ab:
_den Preis der 10-köpfigen Fach-Jury
_den Preis des Publikums – und das war immerhin die Gesamtheit aller Mitbewerber

Unglaublich entspannt und souverän präsentierte Steffen Brückner die Arbeit unseres Teams.
Er erzählte die poetische Geschichte der mechanischen Blume „Lara Bluhm“, die ihre Welt der Fabrikschlote und Industrieruinen mit echtem Leben füllen möchte. Diese animierte, filmisch erzählte Geschichte war der Teaser für eine Kampagne, die dem BUND FÜR UMWELT UND NATURSCHUTZ | BUND deutlich mehr LIKES auf Facebook zuführen soll: Lara Bluhme will eine Naturfabrik bauen – und benötigt dafür die Hilfe der Facebook-User.

Unser Mannheimer Team:
Predrag Vargovic, Dennis Jacoby, Nico Köhler, Wenzel Vigula, Ann-Kathrin Gehrmann, Steffen Brückner, Faranoosh Entezari, Melanie Waddel, Lidia Gradwol, Alexandra Stromich, Simon Authenrieth, Philipp Unterreiner, Natalie Frank, Kristin Höflein, Laura Setzer, Florian Gerstner. Begleitet / gecoacht von der Agentur PUBLICIS Frankfurt sowie Prof. Jean Claude Hamilius und mir.
Danke an alle, die die Höhen und Tiefen einer monatelangen Kampagnenentwicklung mitgemacht und unsere Anstrengungen zu Gold getragen haben.
Und zum mir mindestens ebenso wertvollen Publikumspreis.